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Die wichtigsten Druckverfahren einfach erklärt

5 Min 
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Offsetdruck, Digitaldruck, Letterpress – um Klarheit in die Begrifflichkeiten der unterschiedlichen Drucktechniken zu bringen, haben wir die großen Druckverfahren näher beleuchtet.

Was versteht man unter Druckverfahren?

Unter Drucken oder auch Drucktechnik versteht man das Verfahren, Druckfarbe auf einen Bedruckstoff zu übertragen.

Grundlegend unterscheidet man dabei zwischen analogem und digitalem Druck. Während beim analogen Druck eine feste Druckform benötigt wird, um die Druckfarbe auf das zu bedruckende Material übertragen zu können, wird diese beim Digitaldruck nicht benötigt. Die Druckinformationen werden dabei auf elektronischem (digitalem) Wege an die Druckmaschine gesendet. 

Je nachdem, in welcher Ebene die zu druckenden Stellen im Vergleich zu den nicht druckenden Stellen liegen, unterscheiden wir zwischen vier analogen Druckverfahren.

Die Druckverfahren im Überblick

1. Hochdruck (analoges Druckverfahren)
2. Flachdruck (analoges Druckverfahren)
3. Durchdruck (analoges Druckverfahren)
4. Tiefdruck (analoges Druckverfahren)
5. Digitaldruck

 

1 | Hochdruck: Buchdruck/Letterpress, Flexodruck & Linolschnitt

Erfunden von Johannes Gutenberg, als er den modernen Buchdruck 1450 mit seinen beweglichen Metall-Lettern revolutionierte, stellt der Hochdruck das älteste Druckverfahren der Welt dar.

Funktionsweise des Hochdruckverfahrens

Hochdruck wird er deshalb genannt, weil sich die Druckelemente von der Druckform optisch und haptisch abheben. Die zu druckenden Stellen liegen dabei erhöht auf der Druckform. 

Der Übertrag der Farbe erfolgt direkt von der Druckform auf den Bedruckstoff, man spricht von einem direkten Druckverfahren. Die Druckform kann dabei aus einzelnen Buchstaben, in Form eines sogenannten Klischees, oder auch in Kombination aus beiden zusammengestellt sein. Klischees gibt es in verschiedenen Materialien, die je nach Anforderung ausgewählt werden.

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Anwendungsbereiche des Hochdruckverfahrens

Buchdruck/Letterpress

Ein klassisches Beispiel für den Hochdruck ist der Buchdruck, heute auch oft als Letterpress bezeichnet. Man erkennt ihn an der Schattierung und dem leichten Relief auf der Rückseite sowie an den gequetschten Rändern der Buchstaben.

Durch die Verwendung starker, voluminöser Kartone kann im Hochdruckverfahren eine Tiefprägung ausgeführt werden, die für einen besonderen haptischen Reiz sorgt und auch als künstlerisches Element eingesetzt werden kann. So lassen sich zum Beispiel Karten oder Visitenkarten veredeln.

Den Buchdruck findet man heute noch verbreitet in der Etikettenproduktion.

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Flexodruck & Linol- sowie Holzschnitt

Eine weitere Form des Hochdrucks ist der Flexodruck, der vor allem in der Verpackungsindustrie beim Bedrucken von Papier, Karton, Pappe und Kunststoffen angewendet wird.

Künstlerische Formen des Hochdrucks findet man zum Beispiel im Linolschnitt und Holzschnitt.

Für welche Auflagen ist der Hochdruck geeignet?

Die Herstellung und der Erhalt der Druckplatten ist jedoch aufwändig und kostspielig, daher ist der Hochdruck ein Verfahren für besondere Anlässe, nicht aber für Druckaufträge mit hohen Auflagen. Für eine wirtschaftlichere Produktion eignen sich sowohl der Offset- als auch der Digitaldruck besser. 

2 | Flachdruck: Offsetdruck

Wie funktioniert der Flachdruck?

Beim Flachdruck liegen im Gegensatz zu den anderen Druckverfahren sowohl die zu bedruckenden als auch die nicht zu bedruckenden Stellen auf derselben Ebene, der Aufdruck basiert nicht auf einem Höhenunterschied.

Die zu druckenden Stellen liegen also in beinahe der gleichen Ebene wie die nicht druckenden Stellen. Dieses Verfahren beruht auf dem chemischen Prinzip der Abstoßung von Fett und Wasser. Die Ursprünge dieser Technologie liegen im Steindruck als lithographisches Druckverfahren, erfunden von Alois Senefelder Ende des 18. Jahrhunderts.

Im bekanntesten Flachdruckverfahren, dem Offsetdruck, werden Aluminiumplatten als Druckform verwendet. Diese Druckplatten weisen an den druckenden Stellen eine Beschichtung auf, die farb- (also fett-)freundlich ist.

Die nichtdruckenden Stellen stellen die blanke Aluminiumplatte dar, die aufgrund ihrer Beschaffenheit wasserfreundlich ist. Im Druckprozess wird die Druckplatte mit Wasser benetzt, die druckenden Stellen stoßen das Wasser ab und nehmen Farbe an. Über ein Gummituch wird die Druckfarbe auf das Papier übertragen – man spricht hier von einem indirekten Druckverfahren, da der Bedruckstoff nicht mit der Druckform in Berührung kommt.

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Für welche Auflagen ist der Flachdruck geeignet?

Der Offsetdruck ist das populärste Flachdruckverfahren und wird aufgrund der Verarbeitung des Materials entweder über Bogen- und Rollenoffsetdruckmaschinen ausgeführt. Im Rahmen dieser werden die Offsetdruckmaschinen weiters in verschiedene Formatklassen unterteilt.

Für kleine bis mittlere Auflagen wird dabei der Bogenoffsetdruck wegen der kurzen Rüstzeiten und geringen Makulatur eingesetzt. Für hohe Auflagen in großem Umfang eignet sich der Rollenoffsetdruck besser.

3 | Durchdruck

Wie funktioniert das Durchdruckverfahren?

Das gängigste Durchdruck-Prinzip ist der Siebdruck, bei dem die Druckfarbe mittels einer Gummirakel durch die Öffnungen eines feinmaschigen Siebs auf das darunter befindliche Druckmaterial gedrückt wird. Anwendungen finden hauptsächlich im Bereich der Werbung und Beschriftung sowie im Textil- und Keramikdruck statt.

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Für welche Produkte eignet sich der Durchdruck besonders gut?

Je nachdem, welches Material bedruckt werden soll, werden spezielle Druckfarben dafür verwendet. Vorwiegend eignen sich die Materialien KunststoffTextilienKeramikMetallHolz und Glas für den Siebdruck.

Welche Auflagen lassen sich im Durchdruck optimal drucken?

Eine Stärke des Durchdrucks ist neben der Bedruckmöglichkeit von geformten Objekten außerdem die intensive Farbgebung, welche allerdings auch kostspielig ist. Deshalb wird der Siebdruck gerne bei kleinen bis mittleren Auflagen eingesetzt, welche ein besonders hochwertiges Ergebnis erfordern.

4 | Tiefdruck

Wie funktioniert das Tiefdruckverfahren?

Beim Tiefdruck liegen die zu druckenden Stellen vertieft in der Druckform. Die gesamte Druckform wird eingefärbt, die überschüssige Farbe mit einer Rakel abgezogen, sodass die Farbe nur in den Vertiefungen (Näpfchen) verbleibt. Durch hohen Anpressdruck wir die Farbe direkt auf den Bedruckstoff übertragen.

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Wissenswertes über den Tiefdruck in der Praxis

Bis auf wenige Ausnahmen werden ausschließlich Rotationsdruckmaschinen zur Produktion von großvolumigen Zeitschriften in hohen Auflagen sowie im Verpackungsdruck eingesetzt.

Sonderformen des Tiefdrucks sind der Tampondruck zum Bedrucken von nicht ebenen Oberflächen (z.B. in der Werbemittelproduktion) sowie im künstlerischen Bereich der Stahlstich, Kupferstich und die Radierung.

5 | Digitaldruck

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Das jüngste Druckverfahren, der Digitaldruck, blickt auf eine etwa 80-jährige Geschichte zurück und hat seitdem zahlreiche Innovationen mit sich gebracht.

Beim Digitaldruck werden die Druckdaten vom Computer direkt an die Druckmaschinen gesendet. Alle Informationen und Details zum Digitaldruck inklusive Vor- und Nachteile gibt es in unserem Blogartikel "Alles rund um den Digitaldruck".

Fazit zu den Druckverfahren

Mit dieser Kenntnis der einzelnen Druckverfahren sowie ihren Vor- und Nachteilen fällt die Wahl der passenden Technik für das jeweilige Druckprodukt umso leichter. Wir wünschen viel Spaß bei der Auswahl auf druck.at und stehen Ihnen bei Fragen gerne zur  Verfügung!